Was ist Mindful Parenting und für wen?


Was ist Mindful Parenting?

 

Mindful Parenting ist ein 8-wöchiges Achsamkeitstraining, das auf den Grundelementen des MBSR-Kurses (Mindfulness-Based Stress Reduction) basiert. Dort enthaltene Übungen wie der Bodyscan, die Sitzmeditation und achtsames Yoga finden sich auch im Mindful Parenting-Kurs wieder. Hinzu kommen Themenschwerpunkte zum Eltern-Kind-Verhältnis:

 

  • Achtsamkeit im elterlichen und familiären Miteinander
  • Wahrnehmungsübungen zum Erkennen und Erforschen der eigenen Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen
  • Übungen, die Eltern helfen, sich ihrer individuellen Ressourcen und damit auch ihrer Grenzen bewusster zu werden
  • Übungen, die Eltern dabei unterstützen, sich nach einem schweren Konflikt wieder mit ihrem Kind emotional zu verbinden

 

Methoden:

  • Meditationen, Selbsterfahrungs- und Achtsamkeitsübungen
  • Austausch in der Gruppe
  • Input zu psychologischen und neurobiologischen Hintergründen (wesentliche Ergebnisse der Gehirn- und Bindungsforschung)
  • Übungen für zu Hause

 

Mindful Parenting ist keine Elternberatung:

In diesem Kurs steht das Stresserleben der Eltern im Mittelpunkt und nicht das Problemverhalten des Kindes. Es geht nie um „richtig“ oder „falsch“ oder um fertige Erziehungs-Lösungen. Der Kurs liefert hingegen hilfreiche Anleitungen und Übungen für einen achtsamen Umgang mit sich selbst und mit den Kindern. Sie lernen, sich und Ihre Reaktionen besser zu verstehen und mitfühlender damit umzugehen. Dies ermöglicht Ihnen mehr Selbstfürsorge und Gelassenheit zu entwickeln und führt zu mehr Handlungsspielraum im Alltag.

 

Alles, was Sie in diesem Kurs für sich tun, tun Sie vervielfacht auch für Ihre Kinder!

 

 

Dieser Kurs setzt sich aus den Programmen von Susan Bögels und Jörg Mangold zusammen:

Prof. Susan Bögels (Universität Amsterdam, NL) und Kathleen Restifo (US) entwickelten Mindful Parenting für Menschen, die unter elterlichen Stressbelastungen leiden. Es basiert auf dem von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickeltem Programm zur Stressbewältigung MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction).

Mindful Parenting wird in den Niederlanden sowohl im klinischen Kontext, als auch in der offenen, präventiven Arbeit mit Eltern eingesetzt und ist in wissenschaftlichen Studien evaluiert worden. Es hat tiefgreifende und nachhaltig positive Wirkungen auf das elterliche Stresserleben, das eigene Wohlbefinden und das der Kinder sowie auf die elterliche Kooperation in der Erziehung gezeigt.

 

Jörg Mangold entwickelte das Kursformat für Eltern „Mindful Compassionate Parenting-MCP“ und ist Autor von „Eltern sind auch nur Menschen. Selbstmitgefühl zwischen Säbelzahntiger und Smartphone“. Er ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, ärztlicher Psychotherapeut, sowie Achtsamkeitslehrer für MSC, MBSR, MBCL, PNT, Mindful Parenting, MYmind und MCP.

 

 

An wen richtet sich Mindful Parenting?

Kinder großzuziehen ist für Eltern eine Herausforderung und sehr häufig mit Stress verbunden. Viele Eltern-Kind-Beziehungen stehen unter dem Einfluss starker Emotionen, die oft zu unbewussten und automatisierten Handlungen seitens der Eltern führen. Diese fühlen sich dann nicht selten ohnmächtig und wie ferngesteuert.

Auch haben vor allem viele Mütter die Botschaft verinnerlicht, dass sie in der Lage sein sollten, sämtliche Anforderungen - der Kindererziehung wie der Karriere -  zu bewältigen. Wenn sie sich dann gestresst, müde oder deprimiert fühlen, geben sie sich in der Regel selbst die Schuld.

 

Gleichzeitig haben viele Eltern für sich als Lebensziel, eine gute Mutter oder ein guter Vater sein zu wollen und holen sich dafür Rat aus Elternkursen, Büchern und TV-Sendungen. Das setzt Eltern oft noch mehr unter Druck, sie gehen noch strenger mit sich ins Gericht und fühlen sich als schlechte Eltern, die sich und ihre Kinder nicht im Griff haben.

 

Mindful Parenting richtet sich an diese Eltern. In diesem Kurs stehen das Stresserleben der Eltern im Mittelpunkt und nicht das Problemverhalten des Kindes.

In schwierigen Eltern-Kind-Interaktionen wirkt oft etwas wie ein emotionaler Trigger, der, einmal ausgelöst, Eltern in einen Bewusstseinszustand katapultiert, aus dem sie nur schwer wieder herauskommen. Eltern fühlen sich nicht selten ohnmächtig, wie ferngesteuert und reagieren dann mit negativen Emotionen, Gedanken und Handlungsimpulsen, oft auch begleitet von körperlichen Spannungszuständen. Darauf reagieren Kinder auf ihre Art – mit Wut oder Ablehnung –, was die negativen Emotionen der Eltern weiter verstärkt.

 

Diese stressbelastenden Interaktionen zwischen Eltern und ihren Kindern folgt oft bestimmten immer wiederkehrenden Mustern, die mit den Kindheitserfahrungen der Eltern zusammenhängen können. Hier reinszenieren die Eltern zentrale Themen ihrer Kindheit, das heißt ihrer eigenen Beziehung zu ihren Eltern in den Interaktionen mit ihren Kindern. Diese dysfunktionalen Erziehungsmuster werden oft von einer Generation auf die nächste übertragen.

 

Wie kann Achtsamkeit helfen?

Mithilfe von verschiedenen Übungen werden Eltern sich ihrer Verhaltensmuster, deren emotionaler Kraft und ihrer negativen Effekte bewusst. Sie können sich mit der Zeit mehr von diesen lösen und dadurch Automatismen besser durchbrechen.

Neben kurzen Vorträgen, auch zu psychologischen und neurobiologischen Hintergründen, sollen vor allem Meditationen, Selbsterfahrungs- und Achtsamkeitsübungen und der Austausch in der Gruppe die direkte Erfahrung ermöglichen. Zudem werden Praktiken eingeübt, die die Entwicklung von Selbstfürsorge, Empathie und Mitgefühl mit sich selbst und anderen fördern.

 

Kursformat und Kursgebühr

Termine und Anmeldung

 

Weiterführende Literatur