Mindful Parenting - Elternsein und Achtsamkeit


Achtsamkeit und Selbstfürsorge für Eltern

 

Mindful Parenting wurde von Prof. Susan Bögels (Universität Amsterdam, NL) und Kathleen Restifo (US) für Menschen entwickelt, die unter elterlichen Stressbelastungen leiden. Es basiert auf dem von Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn entwickeltem Programm zur Stressbewältigung MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction).

Mindful Parenting wird in den Niederlanden sowohl im klinischen Kontext, als auch in der offenen, präventiven Arbeit mit Eltern eingesetzt und ist in wissenschaftlichen Studien evaluiert worden. Es hat tiefgreifende und nachhaltig positive Wirkungen gezeigt auf das elterliche Stresserleben, das eigene Wohlbefinden und das der Kinder.

 

Mindful Parenting ist ein 8-wöchiges Achtsamkeitstraining, das auf den Grundelementen des MBSR-Kurses basiert. Dort enthaltene Übungen wie der Bodyscan, die Sitzmeditation und achtsames Yoga finden sich auch im Mindful-Parenting-Kurs wieder. Hinzu kommen Themenschwerpunkte zum Eltern-Kind-Verhältnis:

 

  • Achtsamkeit im elterlichen und familiären Miteinander
  • Wahrnehmungsübungen zum Erkennen und Erforschen der eigenen Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interaktionen
  • Übungen, die Eltern helfen, sich ihrer individuellen Ressourcen und damit auch ihrer Grenzen bewusster zu werden.
  • Übungen, die Eltern dabei unterstützen, sich nach einem schweren Konflikt wieder mit ihrem Kind emotional zu verbinden.

 

An wen richtet sich Mindful Parenting?

Kinder großzuziehen, ist für Eltern eine Herausforderung und sehr häufig mit Stress verbunden. Viele haben die Botschaft verinnerlicht, dass sie in der Lage sein sollten, sämtlichen Anforderungen der Kindererziehung klaglos zu entsprechen. Wenn sie sich dann gestresst, müde, deprimiert oder ambivalent fühlen, geben sie sich in der Regel selbst die Schuld.

 

Gleichzeitig geben viele Eltern als Lebensziel an, eine gute Mutter oder ein guter Vater sein zu wollen und holen sich dafür Rat aus Elternkursen, Büchern und TV-Sendungen. Das setzt Eltern oft noch mehr unter Druck, sie gehen noch strenger mit sich ins Gericht und fühlen sich als schlechte Eltern, die sich und ihre Kinder nicht im Griff haben.

 

An diesen Punkten setzt Mindful Parenting an. Im Kurs steht das Stresserleben der Eltern im Mittelpunkt und nicht das Problemverhalten des Kindes. Wir schauen uns die emotionalen Trigger in Eltern-Kind-Interaktionen an, die Stress auslösen und zu einem veränderten Bewusstseinszustand führen können. Eltern fühlen sich nicht selten ohnmächtig, wie ferngesteuert und reagieren mit negativen Emotionen, Gedanken und Handlungsimpulsen, oft auch begleitet von körperlichen Spannungszuständen. Darauf reagieren Kinder auf ihre Art – mit Wut oder Ablehnung –, was die negativen Emotionen der Eltern weiter verstärkt.

 

Wie kann hier Achtsamkeit helfen?

Mit Übungen, die ein achtsames Gewahrsein des Miteinanders mit Kindern fördern, werden Eltern sich ihrer Verhaltensmuster und deren emotionaler Kraft sowie den negativen Effekten bewusst. Sie können sich mit der Zeit mehr von diesen lösen und dadurch Automatismen besser durchbrechen.

Durch Übungen, die achtsames Beobachten, Zuhören und Sprechen fördern, wird zudem die Bindungsbeziehung der Eltern zu ihren Kindern unterstützt. Eltern lernen, ihre emotionalen Erfahrungen wahrzunehmen, zu verstehen und zu akzeptieren. Dadurch wird die Entwicklung von Selbstfürsorge sowie die Empathie und das Mitgefühl mit sich selbst und dem Gegenüber gestärkt.

 

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